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Unsicherheit bei Theaterchefin Angelika Goj im Unterdürrbacher Pfarrheim: „Wird das Stück Frau Müller muss weg 3angekommen?“ Weil „ Frau Müller muss weg“ doch so ganz anders ist, wie die vielen Theaterstücke, die die Theatergruppe DÜBATA in den letzten Jahren auf die Bühnenbretter brachte.  Die Antwort Publikums  vor dreimal ausverkauftem Haus war klar: Frenetischer, minutenlanger Beifall.

Frau Müller muss wegDer Erfolg lag in erster Linie natürlich an den tollen, jungen Schauspielerinnen und Schauspielern und an der glänzenden Inszenierung von Angelika Goj, die seit vielen Jahren ehrenamtlich dieses besondere Theaterprojekt DÜBATA leitet.  Da waren  die verschiedenen Charaktere von Eltern, die alle anwesenden Eltern im Saal in dieser Ausformung schon selbst bei Elternversammlungen in Klassenzimmern erlebt haben.

 

Glänzende Charakterdarsteller
Frau Müller muss weg 4Die Eltern der 4 b haben beschlossen, dass die Grundschullehrerin Frau Müller (Laura Göpfert) weg muss. Die Verwaltungsbeamtin Jessica Höfel (Ronja Goj) im schicken Kostüm zeigt sich in allen Facetten der Aufgeregtheit. Ihr Gegenspieler ist Ex- Fernmeldetechniker Wolf Heider (Johannes Kapp), der oft zum Brüllen komisch den einfachen Mann mit den klaren bis prolligen Aussagen gibt. Das Ehepaar Marina Jeskow (Christina Gleiß), von Beruf Übersetzerin und ihr Gatte, der Ingenieur Patrick Jeskow (Linus Hartmann) zeigen die ganze Klaviatur der Stimmungen innerhalb einer Beziehung. Die Museumspädagogin Katja Grabowski (Lina Kapp) sitzt zwischen allen Stühlen und  Malte  Karlsson (Konrad Endres), Leiter des Walderlebniszentrums, bietet im Ökopullover  seine selbstgebackenen Keksen über zwei  Stunden quer durch das Klassenzimmer an. Den Schauspielern gelingt es von Anfang bis zum Ende das Publikum in das Geschehen im Klassenzimmer hineinzuziehen. Als ob ein riesiger Spiegel auf der Bühne steht:  Ja, so geht es bei Elternversammlungen in Klassenzimmern zu. Lange Monologe durch gebildete Eltern, deren  Kind  unbedingt ins Gymnasium  muss wechseln sich ab mit Wut- Verzweiflungsreden und Wortgefechten.

Holztreppe für die Dramatik
Frau Müller muss weg 2Eine Treppe mit verschiedenen Ebenen und Sitzflächen auf der Bühne, gebaut von Hans  Ellinger, bringt dem Kammerspiel in einem Klassenzimmer eine spannende Dramatik.  Die unterschiedlichen Ebenen ermöglichen es den Schauspielern abwechselnd  „ von oben herab“ Einfluss auf das Geschehen zu nehmen. Langeweile kommt in den zweieinhalb Stunden zu keiner Sekunde auf. Textsicher spielen sich die jungen Leute durch das Klassenzimmer. Zu Recht feiert das Publikum die Akteure, die Regisseurin und auch die zahlreichen Helfer hinter der Bühne. Lohn für monatelange Probenarbeit.

Eberhard Schellenberger

Fotos: Christian Kapp

 

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