06.02.2010 | Franz Barthel bei der KAB Unterdürrbach zu Gast
Licht- und Schattenseiten Äthiopiens
Ein klapprig dürrer Ochse zieht einen Pflug hinter sich her, Frauen und Kinder klopfen in der gleißenden Sonne Steine zu Schotter, eine Herde von Kühen trampelt Getreide platt, so wird das Korn gedroschen Bilder aus dem Mittelalter? Nein - wir schreiben das Jahr 2010 und die Bilder zeigen aktuell, was in Äthiopien Alltag ist.
Vortrag vom Freitag den 29.1.2010 im Unterdürrbacher Pfarrheim
Eindrucksvolle Momentaufnahmen, die der frühere BR-Moderator Franz
Barthel bei einem Bildvortrag zeigte, zu der die KAB Unterdürrbach ins
Pfarrheim eingeladen hatte. Seit gut 25 Jahren betreut Barthel Spendenaktionen
für Äthiopien. Er, der selbstdieses
bitterarme afrikanische Land bereist hat und sich als Vizepräsident des
DAHWbesonders für dieLeprakranken einsetzt, weiß von was er
spricht. Slums, Armut, Müll, Dürre, die Bilder lassen nur ahnen, wassich rund 5500 Kilometer entfernt von uns
abspielt.
Und dennoch da gibt es auch Bilder von einem schönen undsehenswerten Land, von Märkten mit exotischen
Früchten und Gewürzen, eindrucksvollen Landschaften, archäologischen
Leckerbissen, religiösen Kultstätten und stolzen, schönen Menschen.
Da gibt es auch Bilder von Mutmach- Projekten:Die Plantage, auf der in den letzten 20
Jahren 2000 schattenspendende und ertragreiche Mangobäumen herangewachsen sind;
die kleine Kerzenfabrik, in der viele Menschen Arbeit gefunden haben, die
Biogasanlage, die wertvolle Energie liefert und den Frauen das beschwerlich
Holzsuchen erspart.
Und trotzdem, das wird bei
Barthels Vortrag schnell klar: Entwicklungshilfe stößt oft an ihre Grenzen.
Billigware aus China, die das Land überschwemmt, „gespendetes“ Milchpulver aus
EU-Überschüssen - das alles sind Faktoren, die unter Umständen Hilfsprojekte
vor Ort zum Erliegen bringen, weil sich die Produktion im eigenen Land nicht
lohnt. Bei einigen Hilfsorganisationen bleibt zudem viel Geld in der Verwaltung
hängen, korrupte Regierungen bereichern sich am Elend der Bevölkerung
u.s.w.
Helfen ist gar nicht so einfach, aber es lohnt sich, nicht aufzugeben.