Eine kleine Palme wuchs kräftig am Rande
einer Oase. Eines Tages kam ein Mann vorbei. Er sah die kleine Palme und konnte
es nicht ertragen, dass sie so prächtig wuchs.
Der Mann nahm einen schweren Stein und hob
ihn in die Krone der Palme. Schadenfroh lachend suchte er wieder das Weite. Die
kleine Palme versuchte, den Stein abzuschütteln. Aber es gelang ihr nicht. Sie
war verzweifelt.
Da sie den Stein nicht aus ihrer Krone bekam,
blieb ihr nichts anderes übrig, als mit ihren Wurzeln immer tiefer in die Erde
vorzudringen, um besseren Halt zu finden und nicht unter der Last
zusammenzubrechen.
Schließlich kam sie mit ihren Wurzeln bis zum
Grundwasser und trotz der Last in der Krone wuchs sie zur kräftigsten Palme der
Oase heran.
Nach mehreren Jahren kam der Mann und wollte
in seiner Schadenfreude sehen, wie wohl verkrüppelt die Palme gewachsen sei,
sollte es sie überhaupt noch geben. Aber er fand keinen verkrüppelten Baum.
Plötzlich bog sich die größte und kräftigste
Palme der Oase zu ihm herunter und sagte: „Danke für den Stein, den du mir
damals in die Krone gelegt hast. Deine Last hat mich stark gemacht!“
Diese Geschichte war Teil der Sonntagspredigt von Pfarrer Rügamer