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19 Tage

13. 03. 2010 Samstag
 
Gedanken zur Fastenzeit 

 

Frühjahrsputz der Seele

 

 

Frühjahrsputz?
Frühjahrsputz?
In diesen Tagen, wo trotz der kalten Temperaturen und der noch liegenden Schnees die Sonne so kräftig scheint und die Tag- und Nachtgleiche heranrückt, ereignet sich in vielen Häusern der Frühjahrsputz. Die Fenster werden blank geputzt. Der Staub und Schmutz des Winters wird aus allen Ecken und Ritzen geholt. Es wird einfach intensiver als sonst im Jahr sauber gemacht.

 

Und in der gleichen Zeit ist die Fastenzeit zur Vorbereitung auf Ostern. Regt das nicht an, sich einmal einen Frühjahrsputz für die Seele vorzustellen? Was hat sich im Herbst und Winter nicht alles angesammelt?

Da geht es nicht nur um den Winterspeck, durch Plätzchen und gutes Essen an Weihnachten angesammelt, der sich noch bis jetzt gehalten hat. Körperlich Fasten hilft ja sehr gut zur Entschlackung und Entgiftung.

 

Es geht auch um unser Verhalten:

Da ist die Genusssucht, nach der ich alles jederzeit haben muss, wenn ich will, ganz egal welche Folgen das hat. Mit dem Nachteil, dass man nichts mehr richtig genießen kann.

Oder die Bequemlichkeit, aus der heraus ich immer nur erwarte, dass die anderen etwas tun, wenn mir irgendwo irgendetwas nicht passt. Selber rühre ich keinen Finger. Weiß ich überhaupt noch, was ich selbst eigentlich für Fähigkeiten habe?

Oder das schlechte Reden über andere, über vermeintliche, aber auch über tatsächliche Fehler, in der ich mich dann in meiner eigenen „Fehlerlosigkeit“ sonnen kann. Machen wirklich nur die anderen Fehler?

 

Ich möchte Sie einladen, selbst einmal so kritisch in Ihr Inneres zu sehen, wie eine gute Hausfrau beim Frühjahrsputz in alle Ecken schaut.

 

Pfarrer Rügamer