In diesen Tagen, wo trotz der
kalten Temperaturen und der noch liegenden Schnees die Sonne so kräftig scheint
und die Tag- und Nachtgleiche heranrückt, ereignet sich in vielen Häusern der
Frühjahrsputz. Die Fenster werden blank geputzt. Der Staub und Schmutz des
Winters wird aus allen Ecken und Ritzen geholt. Es wird einfach intensiver als
sonst im Jahr sauber gemacht.
Und in der gleichen Zeit ist
die Fastenzeit zur Vorbereitung auf Ostern. Regt das nicht an, sich einmal
einen Frühjahrsputz für die Seele vorzustellen? Was hat sich im Herbst und
Winter nicht alles angesammelt?
Da geht es nicht nur um den
Winterspeck, durch Plätzchen und gutes Essen an Weihnachten angesammelt, der
sich noch bis jetzt gehalten hat. Körperlich Fasten hilft ja sehr gut zur
Entschlackung und Entgiftung.
Es geht auch um unser
Verhalten:
Da ist die Genusssucht, nach
der ich alles jederzeit haben muss, wenn ich will, ganz egal welche Folgen das
hat. Mit dem Nachteil, dass man nichts mehr richtig genießen kann.
Oder die Bequemlichkeit, aus
der heraus ich immer nur erwarte, dass die anderen etwas tun, wenn mir irgendwo
irgendetwas nicht passt. Selber rühre ich keinen Finger. Weiß ich überhaupt
noch, was ich selbst eigentlich für Fähigkeiten habe?
Oder das schlechte Reden über
andere, über vermeintliche, aber auch über tatsächliche Fehler, in der ich mich
dann in meiner eigenen „Fehlerlosigkeit“ sonnen kann. Machen wirklich nur die
anderen Fehler?
Ich möchte Sie einladen,
selbst einmal so kritisch in Ihr Inneres zu sehen, wie eine gute Hausfrau beim
Frühjahrsputz in alle Ecken schaut.